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Ein paar kurze Bemerkungen zum Werkstoff Kohlefaser, bzw. Carbon:

Carbon- oder Kohlefaser ist ein relativ neuer Werkstoff, der speziell für die Luft- und Raumfahrt entwickelt wurde. Er ist vom spezifischen Gewicht her deutlich leichter als Aluminium oder vergleichbare Werkstoffe; dabei ist er - trotz geringerer Materialstärke - auch deutlich stabiler, verwindungs- und biegesteifer (deshalb wird er z.B. auch zum Aufbau von Formel 1 Rennwagenkarosserien oder Hubschrauber-Rotorblättern eingesetzt). Bei einem 11" Schmidt-Cassegrain Teleskop ist der Kohlefasertubus ca. 40% leichter als ein Aluminiumtubus!

Ein weiterer sehr großer Vorteil - speziell im Teleskopbau - besteht darin, dass sich Kohlefaser bei Temperaturänderungen deutlich weniger ausdehnt, bzw. weniger schrumpft als Aluminium. Das Problem in der Teleskoptechnik ist ja, dass die Temperatur im Laufe der Nacht sinkt und damit "verkürzt" sich der Teleskoptubus. Da der Tubus Objektiv (oder Spiegel) mit dem Okular verbindet, verschiebt sich dadurch die Fokuslage, was in der visuellen Beobachtung wenig stört, aber in der Fotografie oder CCD-Bildaufnahme bei langen Belichtungszeiten die Aufnahme ruinieren kann.

Der Temperaturausdehungskoeffizient für Kohlefaser liegt bei 0.3 x 10e-6 inch / Grad Fahrenheit, der für Aluminium bei 13.1 x e-6 inch / Grad Fahrenheit (etwa 40-fach höher). Da zudem der SC-Fangspiegel durch seine optische Form die Primärbrennweite des Hauptspiegels 5-fach verlängert, ergibt sich durch die Verwendung von Kohlefaser eine dramatische Verringerung der Fokusverlagerung, sodass Langzeitbelichtungen machbar werden, die früher nur mit hohem Aufwand bei der Überwachung der Bildschärfe möglich waren.

Die Vorteile eines Kohlefasertubus - speziell für SC-Systeme - liegen also auf der Hand.

Einen Nachteil hat Kohlefaser jedoch - Materialpreis und Fertigungsprozess sind deutlich teurer als bei einem Aluminiumtubus.

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